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Rumänien 2003 – Die KTM Adenture – Tour

Samstag, 16. August 2003 | Autor:

… alles begann irgendwann mal im Jänner 03 mit der bravorösen Idee von hOObsy, uns bei einer KTM Adventure Tour zwecks Herbrennung massiver Enduro-Eisen zu bewerben. Die Formalitäten waren schnell erledigt und so konnten wir uns am 16. August frei von Stress und Ärger Richtung Rumänien begeben …

Tour[ists]:

Bernd | Chosen | Fisch | Mark | hOObsy | Wini | Winki | Sigal

Sa 16/08/03 Bürgerkäfig-Truppenbewegung via (HUN) nach Caransebes/Borlova (RO)
So 17/08/03 Warm Up
Mo 18/08/03 InnerRumänische Peinigung zur Wittmann Hütte (1. Tag)
Di 19/08/03 InnerRumänische Peinigung zur Wittmann Hütte (2. Tag)
Mi 20/08/03 Reparaturen an Mensch und Maschine
Do 21/08/03 Tagesausflug
Fr 22/08/03 Tagesausflug
Sa 23/08/03 Bürgerkäfig-Truppenbewegung nach Hause

1. Tag

… oder vielleicht doch nicht so stressfrei ??? Erstes HandiCap war nämlich, dass ein gewisser Herr Chosen den Tag zuvor seinen 25igsten feierte, und freundlicher Weise ein gewisser Herr Wini mit ihm.

Da wäre die Nacht fast zu kurz geworden, und den beiden wurde erst in Ungarn bewusst, wo sie eigentlich waren. Gut dass zuvor schon die Sachen bei Fisch deponiert wurden (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die MotoCross-Peiniger der Umgebung, die uns freundlicher Weise einen ganzen Berg von Ausrüstung geliehen haben !!!) und dieser auch abwechselnd mit hOObsy in der Lage war, unseren Käfig sicher durch die Strassen von Österreich, Ungarn und Rumänien zu peinigen.

Angekommen irgendwo da, wo man kein Leben mehr vermutet hätte, waren wir relativ angenehm überrascht von der ausgezeichneten Qualität unserer Unterkunft. Natürlich wurden gleich die ersten Biere genüsslich zum Abendessen eingeworfen, und nebenbei andere massive EnTouristen aus Gmunden, Wien (oder so) und Deutschland kennen gelernt.

2. Tag

Nach Aufnahme des Frühstücks ging es gegen neun Uhr zur Übergabe der Eisen. Mörder stabile KTM Geräte, soviel gleich im Vorfeld. Nach dem jeder seine 450iger EXC mit kurzer Einweisung der TourGuides Stephan, Fani und Bruno entgegen genommen hatte, ging es gleich mächtig zur Sache.
Nach dem Motto: „Ihr habt ein Abenteuer gebucht, also bekommt Ihr auch eines!“ wurde uns sehr schnell bewusst, dass das ganze nicht wirklich eine Einladung zur Kaffeefahrt auf englischem Rasen bedeutete. Nach ein paar Metern Schotterstrasse bogen wir in die Wildnis ein, und die ersten tiefen Rillen und Bodenunebenheiten mussten bewältigt werden, obwohl die meisten von uns vorher noch nie auf so einem Gerät gewütet hatten.
Dann kurze Einführung in Anfahrts- und Bremserei-Techniken sowie der Abhau-Technik „Försterwende“, und schon ging es los. Eingeteilt in Gruppen 1-3, wobei nur der Oberösterreich-MX-Cup-erprobte Sigi die Königsklasse bestritt, peinigten wir ab jetzt die transsylvanischen Kaparten. Bereits nach ein paar Passagen hatten wir uns einigermaßen an die KTM-Werks-Kanten gewöhnt, und so konnten wir den ganzen Tag mächtig performen. Das wichtigste Highlight an diesem Tag, die Versenkung eines Mopeds im Stausee durch einen natürlich germanischen Kollegen (TourGuide Stephan: „An so an Deppn hob i überhaupt nu nirgends wo gesehn“), wurde dann wie all-abentlich bei Abendessen, Bier und Wein besprochen.

Tag 3 & 4

Gleich nach der morgendlichen Jause begaben wir uns wieder auf die Hobel. Ziel des Tages war die Wittmann-Hütte irgendwo in den rumänischen Kaparten, wo gewiss keine Sau mehr alleine nach Hause gefunden hätte. Prächtiges Peinigerterretorium gleich am Anfang.
High-Speed-Schotterstrassen, wo fast wie am Pötschenpass angebrannt wurde, dann einige Kletterpassagen inklusive zahlreicher Abwürfe, der Bauer mit dem Schafskäse zur Stärkung, und so weiter. Der Fisch hat sich schon gedacht, alles perfekt. Als der Chosen aber dann sein Hinterrad im schönsten Dreck wheelisieren hat lassen, weil er natürlich glaubte, es sei kein Fisch hinter ihm (wie auch, in dieser Wüste?) hatte jener dann die Schnauze im wahrsten Sinne gestrichen voll.

Angekommen bei den Wittmanns, schöne Hütte mit allen Extras, wurde dann primär mal das Mittagessen verdrückt. Keine Ahnung mehr, was es gegeben hat, war aber wie alles dort mächtig gut und mit viel Bier um so mehr verdaulich. Danach wurde nochmals ausgefahren, kürzere oder längere Touren, mehr oder weniger anspruchsvoll. Für Marc auf jeden Fall ein wichtiger Tag, weiß er zumindest jetzt, wie man vertikal optimal in eine Almhütte fliegt. Mächtige Kurvenpeiniger-Performance. Der Abend wurde wie immer ausgelassen bei Bier und Wein (KP-Standard-Havanna gab es dort nicht) beendet, geschlafen hat jeder durch die Anstrengungen sowieso doppelt gut. Nach dem Frühstück ging es dann wieder zurück Richtung Basis. Nach Problemen mit hOObsies Sprit kamen wir auf sehr schöne, scheinbar fast rasenmässige Almwiesen, die regelrecht zum Andrücken einluden. Ein Problem für den Chosen, der den Fisch braten wollte, und dabei mächtig die Kontrolle über sein Gerät verlor. Mangels Konzentrationsfähigkeit musste er dann genauso wie Marc, den es auf plankem Asphalt panierte, nach Wiederankunft in Caransebes den restlichen Tag in der Unterkunft verbringen.

Tag 5

Ein sehr wichtiger Tag. Jedem tut alles weh. Die Maschinen sehen schon relativ übel aus. Da kommt der Ruhetag wie gerufen. Zeit, um Mensch und Maschine zu regenerieren. Zuerst wurde mal etwas länger geschlafen, das Frühstück eingeworfen und dann per Mercedes-Bürgerkäfig über den perfekt ausgebauten Highway in die Hauptstadt der Region, Caransebes, gefahren.

Sehr interessante Erfahrungen, die man da machen konnte. Hatten wir vorher nur in einer von KTM auf westlichen Standard gehaltenen Unterkunft gewohnt, durften wir nun das richtige rumänische Leben kennen lernen. Arme kleine Kinder, streunende Köter und hirnverlassene Arbeiter an akrobatischen Arbeitsgerüsten konnten uns den Appetit eigentlich nicht verderben, was wir allerdings im Bistro zu Mittag vorgesetzt bekamen, würde nicht einmal Barns trotz Mörderappetit angreifen.

Aber egal, Müsliriegel tuts auch, und so kamen wir nach kurzem Bade-Intermezzo am Stausee wieder in der Unterkunft an. Dort warteten einerseits die Abzocker aus Wien und nahmen Chosen mehrere hunderttausend Affengeld (umgerechnet ein paar Euro) beim Jugo-Roulette – bei welchem Aschenbecherloch kommt die betäubte Fliege raus? – ab und andererseits, der MörderHenker. Zuerst lachten alle noch über hin, den MörderHenker. Aber nach den ersten Opfern wurde es still. Mächtig still. Der Mörderhenker. Ein kleiner Mann. Sicher schon gegen fünfzig. Angeblich ehemaliger rumänischer Sportwissenschaftler. Blutiger Hund. Er sollte uns massieren, nach dem alle klagten, so lädiert zu sein. Und er hat uns massiert. Nein, nicht so. Aber trotzdem. Mehr als eine Stunde pro Mann. Böse Sache. Aber eine andere Geschichte. Der Rest des Tages wurde dann wie üblich wieder mit Bier und Wein verbracht.

Tag 6 & 7

Endlich geht es wieder ans Herbrennen. Gruppe 1 wieder mit dem Sigi und den anderen total benzinverseuchten Typen, der Rest aufgeteilt in 2 und 3. Rumänische Touristenziele (ja, selbst so was gibt’s) wurden angepeilt, Gipfel erstürmt, Steilhänge niedergemäht. Alles, was ein Kurvenpeinigerherz begehrt. Am letzten Tag gab es noch mal eine letzte, halbtägliche Ausfahrt. Im Anschluss wurden die Eisen gereinigt und dann schweren Herzens Abschied von den phänomenalen Geräten genommen.

Nun mussten wir uns bis zur Abschlussfresserei den Nachmittag um die Ohren hauen. Wie ginge das besser als mit mächtig viel Alkohol am Stausee. Auch die anderen Eisenreiter konnten das verstehen, und so waren bald fast alle TourTeilnehmer plus ein paar Einheimische hageldicht dort anzutreffen.

Die Abschlussfeier hat dann der Wirt selber inszeniert – fette Kotten vom Grill – Bikerherz, was willst du mehr. Gegen Mitternacht brachen wir dann auf, der Wini war gottlob noch in der Lage, irgendwie Richtung Rumänisch/Ungarische Grenze zu kommen …

Tag 8

… wo wir dann geschlagene ACHT Stunden darauf warten konnten, bis sich endlich die hundsfaulen Grenzbeamten dazu bewegen ließen, den Schranken etwas schneller zu öffnen. Nach der McChicken-Peinigung in Szeged und kurzer Stadtrundfahrt trennten sich dann die Wege. Bernd und Chosen fuhren über Budapest mit dem Zug direkt nach Hause, der Rest hielt den Spiegel noch für ein paar Tage in Siofok (Balaton) aufrecht.

Danke. Ende. Chosen.

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