Performance die I.

Samstag, 27. Juli 2002 |  Autor: hOObsy

Der erste Urlaub der Kurvenpeiniger überhaupt ging nach Südtirol. Termin für dieses Event war Ende Juli, Anfang August 2001. Dass dies ein eher schlechter Termin war, mussten die Peiniger nach etlichen durchschwitzten Leiberl bei 38 °C dann auch selber eingestehen. Doch der Reihe nach.

Tour[ists]:

Fisch | Winki | Mex | Roland | Max | Goggi

   
Sa 27/07/01

Schwanenstadt – Telfs – Lechtal – Bludenz – Reschensee – Stilfser Joch – Gaviapass – Madonna di Camplio – Malcesine – Trento – Sella – Cortina D’Ampezzo – Staller Sattel – Millstätter See – Schwanenstadt (ca. 1866 km)

Sa 02/08/01

Die Peiniger starteten am Morgen des 27.07.2001 ihre Motoren und fuhren Richtung Westen, Bludenz war das Ziel. Das erste Teilstück bis Telfs war schnell absolviert, wo man sich dann auch die erste Mahlzeit gönnte. Die Ehrfurcht vor den Peinigern war in Telfs ziemlich groß, was sich dadurch äußerte, dass die Glocken der örtlichen Kirche zu läuten anfingen, als sie ihre Motoren starteten.

Was dann kam, war eine Demonstration der Überlegenheit von Motorrädern gegenüber Autos – die Peiniger ließen keine Gelegenheit aus, den Autofahrern zu zeigen, wer die Herren auf der Straße sind – kein Wunder, denn die Autos standen am Fernpass alle im Stau.

Später löste sich der Stau auf und durchs ruhige Lechtal gings über den Arlberg nach Bludenz. Diese Strecke sollte sich jeder Biker gönnen, landschaftlich und fahrerisch ein Traum.

Der nächste Tag ging in die Geschichte als “der Tag der sechs Pässe” ein. Zu bezwingen galt es die Silvretta Hochalpenstraße, Reschenpaß, Stilfser Joch, Passo di Gavia (Gaviapass), Passo di Tonale und Copa Carlo Magna. Das Stilfser Joch und der Gaviapass sind die beiden herausragendsten Pässe dieser Tour. Auf der südtiroler Seite des Stilfser Jochs brauchte man fast den gesamten Lenkeinschlag des Motorrades – am Gaviapass war das lauteste das man hörte, das Fluchen und Verfluchen von Gog.Master.MC . Der halbe Gaviapass war nämlich eine Baustelle und MC’s VFR, war für diesen Urlaub nicht auf Gelände abgestimmt. Natürlich erreichten wir trotzdem das Tagesziel in Madonna Di Campilio. Dort gab es dann zur Belohnung eine “Piata di Formaggio” (oder wie auch immer eine Käseplatte auf Italienisch heißt). Jedenfalls kannte sich der Kellner mit unserem Kauderwelsch aus und brachte uns diese – serviert mit einer Flasche Wein.

Am dritten und vierten Tag war dann Ruhe angesagt. Diesmal peinigten die Teilnehmer nicht die Kurven der Straße, sondern 0,66er Flaschen Bier. Nach ca. drei Flaschen und ein paar Stunden in der Sonne, war es ziemlich vorbei mit den Peiniger. Dem Fisch entglitt hierbei auch die Fähigkeit, sich noch richtig der Umwelt mitzuteilen. Der Leidtragende war aber in diesem Fall nicht er selber, sondern die Kellner in den später aufgesuchten Lokalenn Aber auch seine Peiniger-Kollegen wussten nichts viel mit dem anzufangen, was es so von sich gab. Mit der zunehmenden Alkoholverdunstung verdeutlichte sich aber auch seine Aussprache wieder.

Nach zwei fast schlaflosen Nächten neben der Hauptdurchzugsstraße zwischen Nord- und Südeuropa, ging es am fünften Tag wieder Richtung Norden. Es sei erwähnt – für alle die einen Urlaub am Gardasee planen – auf keinen Fall ein Zimmer direkt neben der Straße am See nehmen – die Autos fahren dort sogar nachts ununterbrochen. Am fünften Tag peinigten die Helden dieser Geschichte einen weiteren Höhepunkt dieser Reise entgegen: der Sella-Gruppe und dem Grödner Joch – für jeden Biker ein unbedingtes MUSS. Danach erreichte die Gruppe Cortina d’Ampezzo, den bekannten Olympiaort in den Dolomiten. Olympisch waren aber dort auch die Preise – so berappte Fisch, um sich einmal ein “Nastro Azzuro” gegönnt zu haben, schlappe € 5,00 für ein Seiterl!?!!!. Dafür bekam man aber auch viel Ruhe, um nicht zu sagen Langeweile für sein Geld, bzw. bekommt man wo anders (z. B. im HMHMMM) mehr geboten ;)

Nächsten Tag ging’s wieder über die Grenze ins Heimatland. Zuvor wurden die Peiniger aber noch von einem 125er-Roller Fahrer belehrt, dass man auch mit einem Roller sehr schnell fahren kann. Zitat Goggi: “Der Hund spinnt, zu wos hob i a VFR!”. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass der Rollerfahrer “nur” mithalten konnte, weil unser Tempo unserer Unwissenheit der Strecke angepasst werden musste. Unser Ziel an diesem Tag war der Millstätter See, wo wir dann auch die Nacht verbrachten. An diesem Tag wurde mit 38 ° C die Urlaubshöchsttemperatur gemessen.

Am letzten Tag ging es dann über den Sölkpass und Bad Aussee nach Hause. Auf dieser Strecke kam fast so etwas wie Mitleid auf, als die Peiniger eine Gruppe von 2CV herbrennen mussten. Die armen Kerle, hatten doch nur 34 PS unter der Haube – äh im Kofferraum. “Gut dass wir doch mehr haben”, dachten wir uns, während wir mit einen kurzen Dreh am Gas die 2CVs einen nach den anderen hergrillten. Als die 2CVs dampfend oben ankamen, genossen wir schon das Sonnenbad in den Weiden am Pass.

Diesen Tag ließ dann ein Teil der Gruppe noch am Attersee ausklingen um dort ihre Heldentaten zum Besten zu geben – unter dem tosenden Applaus den vorbeikriechenden Ameisen.

Alles in allem war es ein super Urlaub. Für längere Reisen empfiehlt es sich jedoch einen anderen Termin zu wählen – 38 ° C in der Motorradkluft sind nicht gerade lustig. Von der Strecke her ist dieser Urlaub auf jeden Fall weiter zu empfehlen.
Danke. Ende. Fisch

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Thema: Performances

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